Die Geschichte der Gotthardbahn

Die Schneebeseitigung bei der Gotthardbahn

Die Problematiken einer Gebirgsbahn im Winter

Lawinen

Neben der Beseitigung des gefallenen Schnees ergeben sich im Winter auf einer Gebirgsbahn weitere Probleme.
Von einem Problem bleibt die Gotthardbahn auf der Bergstrecke normalerweise verschont, demjenigen der Schneeverwehungen.

Dafür sind die Gefahren von seitlichen Schneerutschen in die Trasse und die Lawinengefahr umso grösser.

Hierbei ergibt sich eine Unterscheidung zwischen dem Norden und dem Süden.
Sind es auf der Südseite die Schneerutsche von den Hängen auf die Bahnlinie, die Probleme bereiten, herrscht im Norden vor allem die Lawinengefahr vor.

Durch das Aufforsten und die Pflege des Waldes, aber auch durch Lawinenverbauungen im Anrissgebiet wird versucht, die Lawinengefahr zu verringern.
Trotz aller Vorkehrungen kommt es in strengen Wintern immer wieder zu Lawinenniedergängen.

Beim Niedergang von Lawinen ist auf Grund der Gebirgslage der Schnee jeweils durchsetzt durch Baumstämme und Geröll.
Dies macht den Einsatz von Schneeschleudern problematisch, da deren Schleudervorrichtungen durch diese Schneeeinschlüsse beschädigt werden können. Oftmals ist in diesem Falle Handarbeit angesagt.
Geissberglawine

Da der Lawinenschnee
stark mit Steinen und Baumstämmen durchsetzt war, musste die Strecke in Handarbeit geräumt
werden.

Dampfrotary

Der Rotary beim Wegschleudern von Lawinenschnee. Bis auf  die Räumhöhe von 3 m musste der Schnee
zuerst von Hand weggebracht werden.

Ein weiteres Problem ergibt sich durch die Höhe des Lawinenkegels. Übersteigt dieser die Räumhöhe der Schleudern, muss zuerst durch Handarbeit der Lawinenkegel bis auf die Räumhöhe abgebaut werden.

Siehe auch die Geschichte "Durch die Lawine" in der Rubrik "Storys"
Flugschnee in den Maschinen

Bei den Maschinen älteren Typs war oftmals das Eindringen von Flugschnee in den Maschinenraum durch die Lüftungsöffnungen ein Problem.

Ce 6/8 II im Bahnhof Göschenen

Schneeverlebte Ce 6/8 II im Bahnhof Göschenen, der Bahnhofvorstand steht bis über die Knie im Schnee

Eisbildung an Felswänden und in Tunnels

Ein weiteres Problem im Winter stellen die gefrierenden Sickerwasser an den Felswänden dar. Bleiben die Temperaturen längere Zeit unter dem Gefrierpunkt, dann bilden sich Eiszapfen und Eiswände. Tritt Tauwetter ein, dann können diese auf die Geleise oder die durchfahrenden Züge fallen.
Aus diesem Grunde müssen sie regelmässig entfernt werden.

Meienkreuz-Tunnel oberhalb Wassen: Der Wärter warnt mit dem Signalhorn seine beiden Kollegen vor einem herannahenden Zug. Diese entfernen angeseilt in der Felswand hängend mit Pickeln das Eis.

Das Freihalten der mechanischen Einrichtungen
Zur Zeit der mechanischen Weichenstellung und der Semaphore mussten jeweils auch die entsprechenden Seilzüge vom Schnee frei gehalten werden.

Weichen, Semaphore und Barrieren mussten auch weiterhin zuverlässig funktionieren.

Dies galt insbesondere auch für alle Einrichtungen, welche ausserhalb der Stationen lagen.

Heute werden die Weichen mittels Heizungen von gefallenem Schnee frei gehalten. Dies geschieht mit Hilfe von Gasbrennern, welche an der Aussenseite der Schienen  montiert sind.
Diese erwärmen mit ihren Flammen die Schienen im Bereiche zwischen Weichenzungen und Weichenherz.

geräumte Weiche

Eine Weiche im Bahnhof Göschenen. Die durch die Brenner frei gehaltenen Bereiche sind deutlich zu erkennen. Zusätzlich wurde der Schnee im Bereiche der Weichenzungen weggeschaufelt.

Fällt Schnee, schmilzt dieser beim Auftreffen auf die warmen Schienen und in deren näheren Umgebung.
Durch entsprechende Fühler kann die Heizung sogar ferngesteuert eingeschaltet werden.
Nach jedem grösseren Schneefall wird dann das Rechteck zwischen Weichenzungen und Weichenherz zusätzlich noch ausgeschaufelt.

Ungeräumte Weiche in Wassen

Eine Weiche im unbenutzten Gleis 1 in Wassen.
Die Brenner halten die eingeschneiten Geleise im Bereich der Weichenzungen frei.