Die Problematiken einer Gebirgsbahn im Winter
Lawinen
Neben der Beseitigung des gefallenen Schnees ergeben sich im Winter auf einer Gebirgsbahn weitere Probleme.
Von einem Problem bleibt die Gotthardbahn auf der Bergstrecke normalerweise verschont, demjenigen der Schneeverwehungen.
Lawinenverbauungen oberhalb von Airolo
Dafür sind die Gefahren von seitlichen Schneerutschen in die Trasse und die Lawinengefahr umso grösser.
Hierbei ergibt sich eine Unterscheidung zwischen dem Norden und dem Süden.
Durch das Aufforsten und die Pflege des Waldes, aber auch durch Lawinenverbauungen im Anrissgebiet wird versucht, die Lawinengefahr zu verringern.
Trotz aller Vorkehrungen kommt es in strengen Wintern immer wieder zu Lawinenniedergängen.
Lawinenniedergang am Geissberg nördlich von Gurtnellen am 3. Januar 1942.
|
Da der Lawinenschnee
|
Der Rotary beim Wegschleudern von Lawinenschnee. Bis auf die Räumhöhe von 3 m musste der Schnee
|
Ein weiteres Problem ergibt sich durch die Höhe des Lawinenkegels. Übersteigt dieser die Räumhöhe der Schleudern, muss zuerst durch Handarbeit der Lawinenkegel bis auf die Räumhöhe abgebaut werden.
Bei den Maschinen älteren Typs war oftmals das Eindringen von Flugschnee in den Maschinenraum durch die Lüftungsöffnungen ein Problem.
Schneeverklebte Ae 4/6 und Ce 6/8 II im Bahnhof Göschenen |
Schneeverlebte Ce 6/8 II im Bahnhof Göschenen, der Bahnhofvorstand steht bis über die Knie im Schnee |
Ein weiteres Problem im Winter stellen die gefrierenden Sickerwasser an den Felswänden dar. Bleiben die Temperaturen längere Zeit unter dem Gefrierpunkt, dann bilden sich Eiszapfen und Eiswände. Tritt Tauwetter ein, dann können diese auf die Geleise oder die durchfahrenden Züge fallen.
Aus diesem Grunde müssen sie regelmässig entfernt werden.
|
|
|
|
Meienkreuz-Tunnel oberhalb Wassen: Der Wärter warnt mit dem Signalhorn seine beiden Kollegen vor einem herannahenden Zug. Diese entfernen angeseilt in der Felswand hängend mit Pickeln das Eis. |
||
Die Seilzüge zu den Signalen südlich des Meienkreuz-Tunnels werden freigeschaufelt.
Weichen, Semaphore und Barrieren mussten auch weiterhin zuverlässig funktionieren.
Dies galt insbesondere auch für alle Einrichtungen, welche ausserhalb der Stationen lagen.
Heute werden die Weichen mittels Heizungen von gefallenem Schnee frei gehalten. Dies geschieht mit Hilfe von Gasbrennern, welche an der Aussenseite der Schienen montiert sind.
Diese erwärmen mit ihren Flammen die Schienen im Bereiche zwischen Weichenzungen und Weichenherz.
Brenner einer Weichenheizung an der Aussenseite einer Weiche (von unten : Brenner / Schiene / Weichenzunge) |
Eine Weiche im Bahnhof Göschenen. Die durch die Brenner frei gehaltenen Bereiche sind deutlich zu erkennen. Zusätzlich wurde der Schnee im Bereiche der Weichenzungen weggeschaufelt. |
Fällt Schnee, schmilzt dieser beim Auftreffen auf die warmen Schienen und in deren näheren Umgebung.
Durch entsprechende Fühler kann die Heizung sogar ferngesteuert eingeschaltet werden.
Nach jedem grösseren Schneefall wird dann das Rechteck zwischen Weichenzungen und Weichenherz zusätzlich noch ausgeschaufelt.
Weiche ohne Brenner in Göschenen.
|
Eine Weiche im unbenutzten Gleis 1 in Wassen.
|