Der Einsatz von Schneeschleudern
Die weitere Entwicklung
Im Jahre 1948 sollte ein elektrischer Kollege, Xrot.e 99, den Rotary ersetzen. Diese Schneeschleuder wurde durch einen Elektromotor angetrieben, der die Energie durch ein Verbindungskabel von der elektrischen Schiebelokomotive erhielt.
Xrot.e 99
Gegenüber dem
Dampf-Rotary besass diese Schleuder eine grosse Neuerung: sie war drehbar.
Hatte sie das Ende einer Station erreicht, so konnte sie auf dem Fahrgestell gedreht werden und auf dem Rückweg gleich ein anderes Geleise frei schleudern.
Trotz dieses Vorteils zeigte sich aber bereits beim ersten grossen Lawineneinsatz, dass der alte Rotary seinem neuen Kollegen bei weitem überlegen war.
Insbesondere beim Schleudern von fest gepresstem Lawinenschnee hatte Xrot.e 99 seine liebe Mühe und konnte die geforderte Leistung oftmals nicht erbringen.
Ein weiterer Nachteil bestand darin, dass Xrot.e 99 nur dann zum Einsatz kommen konnte, wenn die Fahrleitung nicht beschädigt war. Bei grösseren Lawinenniedergängen auf das Bahngeleise oder beim Niedergang einer Staublawine wurde aber sehr oft auch die Fahrleitung beschädigt und Xrot.e 99 konnte nicht zum Einsatz kommen.
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Xrot.e 99 bei verschiedenen Schleudereinsätzen bei Tag und bei Nacht. |
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Im Jahre 1968 sollte die Arbeit des Rotary und von Xrot.e 99 durch zwei moderne, kleinere Kollegen übernommen werden, Xrot.m 97 und Xrot.m 98.
Die dichte Zugfolge am Gotthard erheischte leistungsfähige, moderne Schneeschleudern, mit denen Betriebsbehinderungen und -unterbrüche wegen Schneefalls und Lawinen in möglichst kurzer Zeit behoben werden konnten. Dazu war es wünschbar und notwendig, dass die Räumung der unterbrochenen Streckenabschnitte von zwei Seiten her gleichzeitig in Angriff genommen werden konnte.
Die Erfahrung mit Xrot.e 99, dass die Schleudern fahrdrahtunabhängig sein müssen, veranlassten die SBB, zwei neue dieselelektrische Schneeschleudern in Auftrag zu gegeben.
Xrot 97
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Oben: Xrot.m 98 ist im Depot Erstfeld bereit für den Winter-Einsatz.
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Die Schleudermaschine vermag den Schnee bis auf 3,6 Meter Breite und 1,5 Meter Höhe auszuräumen. Sind die obern Vorschneidepropeller ganz in die Höhe ausgefahren, räumt
sie bis 3,5 Meter Höhe.
Die Schleudermaschine ist mit dem Fahrzeug über Gelenke verbunden. Beim Überfahren von Hindernissen kann die Schleudermaschine vom Führerstand aus mittels hydraulischer Druckzylinder kurzzeitig angehoben werden.
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Alle drei Typen Xrot.m 97, Xrot.e 99 und Xrot 100 vereint neben dem Depot Erstfeld |
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Trotz des erneuten Fortschritts, haben auch die beiden Xrot.m ihre Nachteile: die Räumbreite kann den Gegebenheiten nicht angepasst werden und, auch diese beiden Schleudern haben mit fest gepresstem und mit Steinen und Baumstämmen durchsetztem Lawinenschnee ihre liebe Mühe. Deshalb wurde bis 1981 der Dampf-Rotary nach wie vor jedes Jahr für den Wintereinsatz bereit gemacht.
Zu diesem Zeitpunkt nun sollte er endgültig durch einen grossen, kräftigen und ihm ebenbürtigen Bruder abgelöst werden.
Im Jahre 1982 lieferte die Firma Beilhack die dieselelektrische Schneeschleuder Xrot.m 96. Sie hat die Achsfolge B’B’, und liefert eine Leistung von 204 kW bei 15 km/h.
Xrot.m 96 im Bahnhof Göschenen |
Die Schleuderanlage |
Sie ist selbstfahrend, drehbar und die Räumbreite kann den Bedürfnissen angepasst werden, indem die beiden Schleuderräder seitlich ausgefahren werden können.
Xrot.m 96 mit ausgefahrener Räumanlage |
Xrot.m 96 beim Abdrehen |
Neben diesen Haupt-Typen von Schneeschleudern finden sich auch noch kleinere Modelle, insbesondere für die Räumung der Stationsgeleise.
Xtm 104, Kleinschneeschleuder für die Stationsräumung (in Airolo stationiert) |
Die ausgefahrene Räumanlage |