Ce 6/8 II 14270 zurück an ihrer "Geburtsstätte"

Die ehemalige (zweite) Denkmallok von Erstfeld, die Ce 6/8 II 14270 ist wieder zurück an ihrem "Geburtsort" Oerlikon.

Zum Ende der Dampf-Aera bei den SBB 1969 sollte im Lokomotiv-Depot Erstfeld die grösste Dampflok der Schweiz, der „Elefant“ C 5/6 an diese Epoche erinnern.
Diese Ehre fiel der Nummer 2965 zu und sie wurde nach einer äusserlichen Aufbereitung auf dem eigens hierfür erstellten Gleisstück beim Eingang zum Lokomotiv-Depot aufgestellt.
Das Denkmal entwickelte sich im Verlaufe der Jahre zu einem Wahrzeichen des Eisenbahnerdorfes.

Als das Verkehrshaus in Luzern 1981 seine neue Schienenhalle erhielt, sollte auch eine C 5/6 gezeigt werden.
Um nicht die letzte noch fahrbare Lok dieses Typs hierfür opfern zu müssen, entschloss man sich, die 2965 von Erstfeld ins Verkehrshaus wegzugeben.
Ersetzt werden sollte sie durch eine Pionierin der Elektrifikation, einer Güterzuglok des Typs Ce 6/8 II „Krokodil“.
Ausgewählt wurde die 1969 ausrangierte Maschine mit der Nummer 14270.
Für ihre neue Aufgabe wurde diese äusserlich aufbereitet und in Erstfeld 1982 als Ersatz auf den Denkmalsockel gestellt.

Nach der Jahrtausendwende wurde mit der Konkretisierung der Zukunftspläne für das Depot-Areal in Erstfeld – als Standort für die Interventionsdienste des NEAT-Tunnels – absehbar, dass das Lokomotiv-Denkmal dort keinen Platz mehr haben würde.
Im Rahmen der Umnutzung des Depotareals in Erstfeld, musste Lok 14270 dem Umbau weichen.

Obwohl sich die von Wind und Wetter arg lädierte Ce 6/8 II inzwischen in einem erbärmlichen Zustand zeigte, kam für die Besitzerin SBB-Historic eine „Entsorgung“ der Lok nicht in Frage.
Ebenso war allerdings auch eine Aufarbeitung zur fahrbaren Lokomotive aus finanziellen Gründen nicht denkbar.

Im Jahre 2010 informierte SBB-Historic über eine mögliche Lösung für die Lok.
Mit dem Wunsch der Gruppe „Verein für Industriegeschichte in Oerlikon“ für eine leihweise Übernahme des Krokodils als Denkmallok für den „Geburtsort“ Oerlikon (Maschinenfabrik Oerlikon), bot sich eine Möglichkeit zur Weiterverwendung.

Am 15. Januar 2013, wurde in Erstfeld die Ce 6/8 II 14270 durch zwei Schienenkrane vom Sockelgleis auf die Schienen zurückgehoben und bis im April 2017 in der Dampfremise des Depots remisiert.

Zur Aufarbeitung wurde dann die Lok im April 2017 ins IW nach Biel gebracht, von wo sie am 2. Februar 2018 entrostet und in frischem Farbkleid auf das Industriegleis der Firma Bombardier in Zürich verbracht wurde.

In der Zwischenzeit wurde am zukünftigen Standort an der Ecke Birchstrasse / Binzmühlestrasse in Oerlikon die neue Heimat für das Lokomotiv-Denkmal vorbereitet.
Das Industriedenkmal steht dann rund 200 m von dem Standort der ehemaligen MFO-Werkhallen entfernt, wo es 1921 montiert wurde.
Um die Lok vor Vandalen und Witterungseinflüssen zu schützen, wird sie in einem gedeckten «Käfig» hinterstellt.

Am 15. Juni 2020 war es nun soweit: die Ce 6/8 II 14270 wurde auf einem Tieflader von Seebach an ihren zukünftigen und wohl endgültigen Standort transportiert.


Themenbild Die Lok ist unterwegs Alle Bilder: Röbi Schlatter
Themenbild Das Krokodil auf dem Tieflader ...
Themenbild  ... unterwegs in seinen "Kafig"
Themenbild Einschub des Tiefladers in den Käfig
Themenbild Über eine Rampe ging's ...
Themenbild  ... an den zukünftigen Standplatz
Themenbild Beginn der Vorarbeiten für die Montage der Triebstangen
Themenbild So sieht es schon wieder nach Ce 6/8 II aus. Alle Bilder: Röbi Schlatter