Erneuter Felssturz bei Gurtnellen

Zum Nachtrag

Gestern, 14. November 2012 ereignete sich um 16.30 Uhr an jener Stelle, welche bereits zweimal zu Streckensperrungen führte, erneut ein Felssturz.
Im Gebiet des bereits gesicherten Bereichs brach erneut eine Felsnase in der Grösse von ca. 150 m³ ab.
Diese zersprang in mehrere grossse Blöcke und zerriss beim Absturz die im Sommer aufgestellten Fangnetze.
Dabei stürzte ein grosser Felsblock bis auf die Trasse.
Da die installierte Anlage zur Überwachung des Geländes einwandfrei funktioniert und Alarm ausgelöst hat, waren keine Züge gefährdet.

Die Strecke bleibt erneut für einige Tage gesperrt. Die Reisenden werden wiederum zwischen Flüelen und Göschenen mit Bussen befördert.

Der erneute Felsabbruch an der selben Stelle wirft Fragen auf.

Alles Fragen, welche die Verantwortlichen möglichst schnell und vor Allem ehrlich beantworten sollten.
Nach dem Absturz mit Todesfall im Mai konnte man seine Hände noch in Unschuld waschen. Diesmal werden sich die Journalisten wohl nicht so schnell zufrieden geben.

Themenbild Die Übersicht über den betroffenen Felsabschnitt
Themenbild Die erneute Abbruchstelle liegt im Gebiet des letzten Abbruches, unterhalb der Sprengstelle vom Juni.
Themenbild Die erstellten Fangnetze wurden zerstört.
Themenbild Der grösste Brocken erreichte die Bahntrasse.
Ergänzung

Verursacher des erneuten Abbruchs ist gemäss Geologe der SBB der kleine Bach im rechten Bereich der Gefahrenstelle.
Dieser soll während der letzten starken Regenperiode im oberen Bereich sein gewohntes Gerinne verlassen haben und nach rechts in den Bereich unterhalb der Abbruchstelle geflossen sein.
Unter der dortigen Felsnase hat er Erde weggespühlt. Dadurch wurde die Felsnase ihrer Auflage beraubt, und sie hing frei.
Durch das Eigengewicht des nun frei überhängenden Teils, brach die Felswand und die Felsnase stürzte ab.

Die Sperrung der Gotthard-Strecke dauert voraussichtlich bis Sonntagabend.
Die Arbeiten zur Hangsicherung wurden heute morgen bereits aufgenommen. (Siehe Bilder oben)
Wenn die zerstörten Teile der Alarmanlage wieder funktionieren, werden in einer zweiten Phase die Felsbrocken von den Geleisen geräumt.
Anschliessend werden Trasse und Fahrleitung wieder in Stand gestellt.

Die Strecke soll laut den SBB für den Güterverkehr bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag wieder eingleisig verkehren.
Der Reiseverkehr soll ab Montagmorgen wieder in Betrieb genommen werden können.