Gotthardstrecke unterbrochen

Infolge der intensiven Schneefälle von gestern Dienstag 17. Februar 2009 besteht am Gotthard grosse Lawinengefahr.
Die SBB stellte deshalb gestern Abend  um 23.40 Uhr den Bahnbetrieb auf der Gotthardlinie zwischen Erstfeld und Airolo bis am 18. um 12 Uhr mittags ein.
Reisende zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin mussten mit um bis zu einer Stunde längeren Reisezeiten rechnen.
Reisende nach Italien sollten den Umweg über den Simplon nehmen.
Die Interregiozüge (IR) Zürich HB/Basel SBB–Locarno fielen zwischen Erstfeld und Airolo aus. Sie wurden in Flüelen und Airolo gewendet.
Zwischen Flüelen und Airolo erfolgte der Weitertransport mittels Bahnersatzbussen über die Autobahn A2.

Kommentar:
Was ist an diesem Vorgang Ungewöhnlich?

Erstaunlich ist, dass für einmal die Bahn wegen Lawinengefahr geschlossen wurde, während die Autobahn A2 nur temporär für die Schneeräumung geschlossen wurde.

Zur Erinnerung: Im schweren Lawinenwinter 1999 waren sowohl Autobahn, wie Kantonsstrasse tagelang wegen Lawinengefahr geschlossen.
Die Bahnlinie aber war zu keiner Zeit unterbrochen.
Einzige Massnahmen bahnseits waren damals Vorspannloks bei den ETR 470, eingesetzte Lawinenwächter und ein Halteverbot in der Station Wassen.

Aus diesem Grunde ist der Vorgang für mich doch recht erstaunlich.

Was waren die Gründe dafür:

Warten wir mal auf die entsprechenden Erklärungen.

Ergänzung:
Eine davon wäre diese hier:
Der langjährige Bahningenieur Alfredo Frei ist inzwischen pensioniert. Er kannte die Verhältnisse am Gotthard ausgezeichnet und wusste die Gefahren auch entsprechend hervorragend einzuschätzen.
Möglich, dass seinem Nachfolger die entsprechende Erfahrung (noch) fehlt und der Einstellungsentscheid deshalb etwas "voreilig" gefällt wurde.

Ein persönlicher Augenschein am 18. Februar hat für mich zumindest keine Gründe für die Schliessung ergeben.

Eigentlich schade, dass damit der 1999 erworbene Bonus:
Alles steht still, wir fahren!

mit dieser Schliessung in Frage gestellt wurde.
 

Bild zum Thema

Am Nachmittag fuhren die Züge wieder. Dabei kam am späteren Nachmittag auch dieses rare Gespann in der tiefverschneiten Station Amsteg-Silenen vorbei.
Für Einmal trafen sich eine grüne Re 6/6 und eine grüne Re 4/4 als Pärchen. Zudem war es die Re 6/6 11663, welche immer noch keine Scheinwerfer erhalten hat und deshalb mit ihren ursprünglichen runden Lampen herumfährt.