Der Schutzpatron
Lokführer brauchen auch ab und zu das Glück auf ihrer Seite. Den Schutzpatron im Rücken hatte einmal jener Lokführer, der seinen Dienst auf einem Personenzug versah und auf der Strecke zwischen Immensee und Küssnacht unterwegs war.Bei Küssnacht stand ein uraltes Klappsignal mit Petrolbeleuchtung und ohne Vorsignal.
Nachts war dieses kaum zu sehen.
Ihm war bekannt, dass in Küssnacht eine Kreuzung stattfand und der andere Zug noch nicht eingetroffen war.
Eine dunkle schwarze und regnerische Nacht umgab ihn. Sehen konnte er überhaupt nichts.
Langsam fuhr er an das ominöse Signal. Tatsächlich war es zu und er bremste sofort. Mit einer Maschinenlänge war er allerdings schon über das Signal gefahren.
Er wartete und sah endlich wie der Gegenzug in Küssnacht einfuhr, er sah aber auch wie sich die Weiche umdrehte. Trotz allem Spähen konnte er in dieser Dunkelheit nicht sehen, ob nun das Signal offen oder zu war.
Er horchte in die Nacht, worauf plötzlich laut und deutlich der Ruf "offen" erschallte. So fuhr er in die Station ein. Schon rannte der Stationsbeamte zu ihm und rief: "Aha ihr sind übers Signal inegheit."
Da war auch schon der Zugführer dabei und assistierte: "Nein das ist nicht wahr."
So ganz überzeugt war der Stationsbeamte nicht, liess jedoch die Sache gut sein.
Nun - der Lokführer fuhr weiter. Unterwegs bemerkte er zum Zugführer: "Das ist dann schon noch nett, dass Du mich hier herausgeschwindelt hast."
"Ja sind wir denn wirklich über das Signal hinausgestolpert? Nur eines nimmt mich wunder, wer hat denn «offen» gerufen?"
Dieses Rätsel konnte nie gelüftet werden.
Scheinbar ist es doch so, dass selbst Lokführer einen Schutzengel oder guten Stern haben.