Die Geschichte der Gotthardbahn

Der freie Netz-Zugang am Gotthard

Die erste Etappe der Schweizer Bahnreform öffnete 1999 den Markt für den freien Netzzugang im Güterverkehr.

Die Eisenbahn-Netzzugangsverordnung und ihre Ausführungsbestimmungen regeln seither die Grundsätze für die Erteilung der Zugangsbewilligung zum Schweizer Bahnnetz an in- und ausländische Eisenbahnen.

Eisenbahn Netzzugangs-Verordnung von 1998 (Stand 2003)

Ausgestellt werden diese Bewilligung und die ebenfalls nötige Sicherheits-Bescheinigung vom Bundesamt für Verkehr (BAV). Diese können für längstens zehn Jahre erteilt werden.

Die Bedingungen für die Erteilung sind:

Mit dieser Öffnung für einen freien Netzzugang besteht nun auch für "fremde" Bahngesellschaften die Möglichkeit mit ihren Zügen über den Gotthard zu fahren.

Als erste fremde Bahngesellschaft führten 2003 die BLS einen Teil ihrer Züge über den Gotthard.
Auf Grund der Zusammenarbeit mit der Cargo-Division der Deutschen Bundesbahn  (Railion) kamen vorwiegend Maschinen des Typs BR 185 zum Einsatz.

Zug der BLS bei der Schöni

Zug der BLS beim Aecheribach

Diese erhielten Teilweise ein BLS-Logo. In Erstfeld richtete die BLS eine Cargo-Aussenstelle ein und mietete von den SBB zwei Abstell-Geleise, um die Vorspann- und Schiebeloks dort abzustellen.

Die deutsche TX Logistik AG (TXL) wurde 1999 in Bad Honnef gegründet. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sie sich in Europa zu einer der führenden Privateisenbahnen ohne eigenes Schienennetz.

Lok der TXL in Erstfeld

Die in Erstfeld stationiert Lok der TXL wartet im Südkopf des Bahnhofs auf ihren nächsten Einsatz

Seit Mitte Januar 2004 fuhren Güterzüge der deutschen Firma TX Logistiks (TXL) dreimal pro Woche über den Gotthard von Deutschland nach Italien und wieder zurück.
Da die TXL zu dieser Zeit noch nicht über eine eigene Netzzugangsbewilligung verfügte, verkehrten ihre Züge am Gotthard in einer Kooperation mit dem schweizerischen "Regionalverkehr Mittelland" RM.
Mitte Februar wurde gegenüber der TXL der Vorwurf erhoben, sie würde die schweizerischen Arbeitszeitvorschriften verletzen. Am 8. März stellte der RM die Kooperation mit der TXL ein. (Offiziell aus anderen Gründen)
Deshalb konnte diese bis zum Eintreffen ihrer eigenen Bewilligung während einigen Wochen keine Güterzüge mehr über den Gotthard schicken.

Zug der Railion an der Rigilehne

Zug der Railion an der Rigilehne auf der Fahrt nach Deutschland

Auf den Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2004 ergaben sich weitere Veränderungen. Die Railion (DB-Cargo), welche bisher in Zusammenarbeit mit der BLS ihre Züge über den Gotthard fahren liess, trat nun vermehrt auch selbständig auf.

Mit der Firma Rail4Chem trat zudem ab diesem Zeitpunkt auch ein weiterer Mitbenützer der Gotthardstrecke auf.

Zug der Rail4Chem in Göschenen

Zug der Rail4Chem im winterlichen Göschenen