Die Geschichte der Gotthardbahn

Die Personenwagen

Vierachser mit einfachen Drehgestellen

Diese Gruppe stellte mit einfach gebauten Drehgestellen der Firma SIG den Übergang zum komfortablen vierachsigen Wagen dar.
Zum Auffangen der Stösse dienten lediglich Blattfedern über den Achsbüchslagern mit einer direkten Verbindung zum Kasten durch einen Drehzapfen.
Es war somit weder ein seitliches Ausschwenken noch eine Längsbewegung möglich.

C 1101 - 1112

C 1101 - 1112

Der Gotthardbahn standen bereits bei Aufnahme des durchgehenden Verkehrs 12 Vierachser 3. Klasse der Tessinischen Talbahnen aus dem Jahre 1874 zur Verfügung. Sie trugen anfänglich die Bezeichnung C1 und später C4 1101 - 1112.
Die einfache Ausführung der Drehgestelle genügte nur für Geschwindigkeiten bis etwa 70 km/h.

Im Jahre 1894 beschaffte die Gotthardbahn bei der SIG 10 mit Pendelwiegen ausgerüstete Wagen 3. Klasse C4 1201 - 1210 (Preussisches Drehgestell) mit 80 Sitzplätzen "für italienische Auswanderer".

C4 1201

C4 1201 aus der zweiten Serie der Vierachser mit preussischen Drehgestellen, "für italienische Auswanderer".

Im Jahre 1901 kamen 5 ähnlich gebaute Wagen C4 1263 – 1267 hinzu, bei welchen die Sitzplatzzahl auf 84 gesteigert wurde. Einem Wunsch des Bundesrates entsprechend, hat die Gotthardbahn als erste schweizerische Gesellschaft diese Serie mit den Einrichtungen für Militärkrankentransport vorgesehen.
C4 1264

C4 1264, hier bereits mit der SBB-Beschriftung und Nummer 9512

Vierachsige Schnellzugswagen mit Faltenbalg-Übergängen

Diese Gruppe stellte den Höhepunkt der Wagenbeschaffungspolitik der Gotthardbahn dar. Der damit ausgerüstete "Luxuszug" erhielt den Namen Gotthard-Express.

Die Bestellungen erstreckten sich über eine Epoche von 10 Jahren (1897 - 1907).
Die 1. Bestellung von 10 A4ü, 5 AB4ü, 5 B4ü und 3 FZ4ü wurde der Firma van den Zypen-Charlier in Deutz überbunden. Die Ablieferung erfolgte im Jahre 1897.

Als Neuerung wurde in Bezug auf die Länge über Puffer, die Konstruktion des Kastens, sowie verschiedene Ausrüstungsteile zu Vereinheitlichungen gegriffen.
So sind die 3 mm dicken, bis unter die Fenster reichenden Seitenwandbleche oben mit einem starken Gurteisen und unten mit dem Langträger vernietet worden. Damit entfiel das bis anhin übliche Sprengwerk, so dass die Gotthardbahn sich rühmen konnte, eine der ersten Gesellschaften Europas mit "Stahlwagen" zu sein.

A4ü 79

A4ü 79 aus der Serie von 1893